Judo-Verband
Sachsen-Anhalt e.V.

 

 

Claudia Malzahn ist Halles Sportlerin des Jahres 2012 - Zum Abschied einer großen Judoka 

Sebastian Vogel (Pressereferent)

Es ist das i-Tüpfelchen, das Sahnehäubchen auf einer fantastischen Sportlerkarriere: Claudia Malzahn vom SV Halle wurde zur Sportlerin des Jahres 2012 in der Saalestadt gewählt. Und obgleich damit regelmäßig die sportlichen Leistungen nur des vergangenen Jahres gewürdigt werden, kann man diese Ehrung für unsere „Clausi“ auch als eine Auszeichnung für ihr gesamtes sportliches Lebenswerk begreifen.

Anfang der 90er begann sie, Geburtsjahrgang 1983, beim USV Halle unter Trainerin Sylvia Strube mit dem Judo. Über eine Vorführung kam sie zu dieser Sportart, bei der sie die noch nie gesehenen Bewegungen und die exotisch anmutenden Wurftechniken am meisten faszinierten. Dem ersten Training folgte alsbald der erste Wettkampf, irgendein Pokalturnier in Köthen. Auch der jetzige Landestrainer Mike Kopp erinnert sich noch gut an diese Zeit und eben auch „ganz besonders an besagte ESV- und VfL-Pokalturniere in Köthen. Da kämpften immer die Mädchen und die Jungs gemeinsam in einer Gewichtsklasse. Die richtig guten Mädels hießen Heide, Jeannette und eine hieß Claudia. Irgendwie ahnte man damals schon, dass sie etwas Besonderes sind, und von da an beobachtete man natürlich den weiteren sportlichen Weg genauer.“

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Die Gesamtwertung beim ESV-Pokal 1994

Sie ging auf die Sportschule in Halle, wobei es ihr wichtig war, bei ihrer Trainerin Sylvia Strube zu bleiben. Sie hatte eine tolle Truppe dort, mit der es Spaß machte zu trainieren. Und sie hatte Erfolg. Nach einer Bronzemedaille bei der Deutschen Einzelmeisterschaft U 16 wurde sie in der U 17 von 1997 bis 1999 drei Mal in Folge Deutsche Meisterin, ’98 und ’99 überdies IDEM-Zweite. Auch bei den Unterzwanzigjährigen konnte sie ihre Erfolge fortsetzen, holte dort zwei Mal DEM-Gold und wurde zuvor gar vier Mal Deutsche Vizemeisterin der U 20 – teilweise als U-17-Sportlerin. Gleichsam international startete Claudia nun durch: 2001 wurde sie Junioreneuropameisterin – und zum ersten Mal Halles Sportlerin des Jahres. Ein Jahr später holte sie in der gleichen Altersklasse EM-Bronze.


2004 dann wurde Claudia Malzahn zum zweiten Mal Sportlerin des Jahres in der Saalestadt. In jenem Jahr feierte sie ihren dritten von insgesamt fünf DEM-Titeln bei den Frauen, wurde Zweite bei der Studenten-Weltmeisterschaft im Einzel und Dritte mit der Mannschaft. Spätestens seit dieser Zeit war Claudia Malzahn, die zunächst von Frank Hölperl und zuletzt von Werner Schulze in Halle trainiert wurde, auch nicht mehr wegzudenken von den Tatamis, die die große Judo-Welt bedeuten. 2005 folgte in Rotterdam Rang drei bei der EM der Frauen, 2008 holte sie bei ihrem Comeback nach einer ersten großen Knieverletzung EM-Silber.

Zum dritten Mal bei der Sportlerwahl vorn war Claudia dann 2009. In diesem Jahr wurde sie bei der Weltmeisterschaft in Rotterdam Gewinnerin der Bronzemedaille. Auch Mike Kopp war in den Niederlanden dabei: „Nie werde ich das Strahlen in ihrem Gesicht vergessen.“ 2010 wurde sie Vizeweltmeisterin mit der Mannschaft des DJBs, 2011 holte sie WM-Bronze mit dem Team und Silber bei der EM im Einzel.

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WM-Bronze 2009


Und 2012? Da holte Claudia Malzahn, deren viele Welt-Cup-Erfolge den Rahmen sprengen würden, EM-Bronze in Chelyabinsk. Und sie erfüllte sich ihren großen Traum: Sie war Olympionikin bei den Spielen in London. Wiewohl sie leider schon im ersten Kampf gegen die spätere Olympiasiegerin Urska Zolnir aus Slowenien verlor, kann von einem Scheitern keine Rede sein – zu groß ist ihre Leistung, sich überhaupt für die Spiele qualifiziert zu haben, zu groß ihre gesamten bisherigen Erfolge. Und so war es denn auch folgerichtig, dass sie auch 2012 Halles Sportlerin des Jahres wurde.

Doch – und das darf bei all den Erfolgen Claudia Malzahns nie vergessen werden – ist sie auch immer ein toller Mensch nicht nur auf, sondern ebenso neben der Matte gewesen und geblieben. Die Diplomsportlehrerin und Trägerin des fünften Dans war seit einiger Zeit schon Trainerin im Landesleistungszentrum Judo in Halle, setzte sich also auch für den Nachwuchs ein. Landestrainer Mike Kopp „erlebte Claudia nicht nur als Athletin, sondern auch als Kollegin am Landesleistungszentrum: Immer bescheiden und trotzdem mit einem Lächeln, gab sie ihr Wissen an unsere Sportler weiter und begeisterte sie auf ihre Art.“

Und so sollen auch die letzten Worte Mike vorbehalten bleiben: „Auch wenn Claudia ihre aktive Judolaufbahn und ihre Trainertätigkeit nun beendet hat, wird sie immer ein großes Vorbild und Idol für alle Judokas, egal ob jung oder alt, bleiben. Ich persönlich wünsche ihr alles persönliche Glück sowie viel Gesundheit für die Zukunft.“ Recht hat er. Und: danke Claudia.

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Stand: 15. Januar 2013

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