Beim Jubiläum dabei

Die Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen sind das Jahreshighlight im deutschen Judokalender. Oder zumindest sollten sie es sein. Nachdem die IJF die WM in den Oktober verlegt hatte, wollte der DJB keine Terminkollision und verlegte die Deutschen Meisterschaften vor den Start der Olympiaqualifikation auf den 06. und 07. Juni. Trotzdem waren aus dem zu erwartenden WM-Team nur wenige Judoka am Start. Auch aus dem JVST war keiner der Bundeskader am Start. Sie wurden vor den beginnenden World Tour Turnieren geschont, befinden sich nach Verletzung noch im Urlaub oder sind aktuell im Trainingslager. Miriam Butkereit nutzte die Chance, um die anwesenden Fans bei einer Autogrammstunde glücklich zu machen.
So vertraten mit Alexander Haase vom SV Halle und Albert Rupprich vom VfB Germania Halberstadt lediglich zwei Judoka den diesmal kleinsten Landesverband bei dieser Meisterschaft. Andere Qualifizierte nahmen den Weg nach Duisburg zum 100. Jubiläum der Deutschen Meisterschaft nicht auf sich. Für beide ging es vor allem darum Erfahrung zu sammeln, sind beide vom Erwachsenenbereich doch noch ein paar Jahre entfernt.
Am ersten Tag trat Albert bis 73 Kilogramm an und musste in Runde eins gegen den Fünften der Junioren-DEM des Vorjahres kämpfen und wurde zügig im Infight überrumpelt. Nachdem sein Gegner im folgenden Kampf in Führung liegend mit Schlussgong noch verlor, war diese DEM für Albert erledigt.
Am Sonntag durfte Alexander Haase zu seiner dritten Deutschen Meisterschaft dieses Jahres antreten. Als Endjahrgang U18 qualifizierte sich der Hallenser vorher schon bei den Kadetten und Junioren für das nationale Highlight und schaffte auch bei den Senioren den Sprung auf die große Bühne. Alleine das ist schon aller Ehren wert. Auf ihn wartete in Runde eins ein harter Brocken. Der zweimaligen DEM-Medaillengewinner aus NRW zeigte Alexander schnell den physischen Unterschied im Erwachsenenbereich auf. Auch wenn die Devise sicherlich war, mutig aufzukämpfen, so sah er sich nach einer Minute bereits mit zwei Shido und einem Waza-ari im Rückstand. Zwei weitere Minuten konnte er auf der Matte stehen, bis er die Beinklammer im Boden nicht halten konnte und den zweiten Waza-ari abgeben musste. Auch sein Gegner schaffte es nicht ins Halbfinale und damit endete für Alexander diese DEM nach einem Kampf.
Es bleibt zu hoffen, dass sich im nächsten Jahr der Abwärtstrend in der Teilnehmerzahl Sachsen-Anhalts umkehrt und wieder mehr Judoka die Chance haben und wahrnehmen, bei diesem nationalen Highlight unsere Farben zu vertreten.
Bild: Julia Haase